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porta
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Frauen in der Arena
Wie das Relief zeigt, treten hier zwei Frauen gegeneinander an. Lange Zeit spekulierte man nur über die Möglichkeit, ob Frauen wirklich in die Arena stiegen, da es zwar Berichte darüber gab, aber kaum wirklich fundierte Beweise, wie Überreste von Gladiatorinnen. Auf Reliefs in Pompeji wurde zwar für ein bevorstehendes Spiel ein solcher Kampf angekündigt, der Erlass von Kaiser Septimus Severus ließ auch darauf schließen, aber man war sich aufgrund der fehlenden Beweise nicht sicher. Heute steht es fest: Im antiken Rom war es durchaus üblich auch Frauen auf Leben und Tod gegeneinander antreten zu lassen. Den ersten "greifbaren" Beweis hat man in Southwark, einem römischen Teil Londons, gefunden. Dort wurde bei Ausgrabungen eine atemberaubende Entdeckung gemacht, als man die Schädelfrakmente einer ca. 20-jährigen Frau fand, deren Grabbeigaben sehr an die von Gladiatoren erinnern. Aber auch dieser Fund warf mehr Fragen auf, als er Antworten gab. Wie wurden Frauen zur Gladiatrix ausgebildet? Was waren das für Frauen? Wie war ihr Ansehen beim Volk? Man geht heute hauptsächlich davon aus, daß diese Frauen Gefangene der zahlreichen Kriege waren, also Sklavinnen. In vielen Kriesengebieten der Antike standen die Frauen einzelner Stämme Seite an Seite mit ihren Männern an forderster Front. Dabei fochten sie nicht minder leidenschaftlich als die Krieger. Vermutlich kam ein gewitzter Geschäftsmann und Schulenbesitzer eines Tages auf die Idee, der Arena eine besondere Attraktion zu schenken, als er von solchen Berichten hörte, und traf damit genau den Zahn der Zeit. Wie es gewesen sein könnte, kann man in dem historischen Roman Morituri - Die Todgeweihten oder auch ab Dezember in der Taschenbuchausgabe Die Gladiatorin nachlesen.
Amazonenkämpfe waren eher selten, den größten Teil der Kämpfe fochten doch Männer aus. Daher sahen die Römer die weiblichen Gladiatoren wohl als besonderen Leckerbissen und im Gegenzug zu den muskelbepackten Kämpfern, vielmehr als erotischen Augenschmaus. Obwohl die Römer mit ihren Mitmenschen alles andere als zimperlich umsprangen und diese Kämpferinnen mit dem gleichen Biß wie ihre männlichen "Kollegen" fochten, vielleicht sogar mehr Ehrgeiz an den Tag legten, wurde immer nur Frau gegen Frau gestellt. Ein Kampf Mann gegen Frau ist nicht belegt, man sah es als ein unfaires und ehrloses Gefecht an. Vielleicht fürchteten die Männer auch, von einer Frau besiegt zu werden ;-). Aber neben den Sklavinnen, die in die Arena steigen mussten, ließen sich im Laufe der Zeit auch römische Frauen freiwillig zur Gladiatrix ausbilden, wie der Erlass im Jahre 200 n.Chr. vermuten läßt. Die erste Form einer sehr zweifelhaften Emanzipierung. Auf den Höhepunkt soll es Kaiser Domitian (80-96 n.Chr) getrieben haben. Dieser exzentrische Herrscher genoß es angeblich, sich im geheimnisvollen Schein Tausender von Fackeln, dem Amazonenkampf hinzugeben. Wieviel Wahrheit in diesen Gerüchten steckt, kann man nicht sagen, da Domitians Herrschaft generell als brutal und eigensinnig bezeichnet wird. Nach seiner Ermordung im Jahre 96 wurden Domitians Taten von den Geschichtsschreibern nicht selten übertrieben negativ dargestellt, obwohl belegt ist, daß er sich beim Volk und der Armee großer Beliebtheit erfreute. Eines steht jedoch fest; selbst Frauen konnten der Anziehungskraft, welche die ludi auf die Massen ausübten, nicht standhalten und stiegen für die gleichen Ideale wie ihre männlichen Kollegen in die Arena: REICHTUM und RUHM. Im Jahre 200 n.Chr. jedoch war es damit zumindest für Frauen vorbei. Kaiser Septimius Severus verbot das Auftreten der weiblichen Gladiatoren für immer. Erst zwei Jahrhunderte später war es dann auch für die Männer soweit. Im Jahre 404 fiel der letzte Vorhang für diese Art von Unterhaltung, als der Mönch Telemachos während einer ludi in die Arena einfiel und das Schauspiel zu unterbinden versuchte. Die aufgebrachte Menge lynchte den Geistlichen und Telemachos starb. Daraufhin verbot Kaiser Honorius die Spiele und schloß das letzte Kapitel dieser blutigen Vergnügungssucht auf ewig. |
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