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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

Stätte des Todes: Das Amphitheater

Zu Beginn der öffentlichen Spiele wurden die Kämpfe in kleinen Arenen ausgerichtet, die selten länger standen, als die ludi dauerte. Diese provisorischen Bauten hatten die Römer aus Brettern schnell zusammengezimmert und ebenso schnell wieder abgerissen. Auf den zum Teil gefährlichen Konstruktionen der Tribünen tummelten sich dann Hunderter bis Tausender von Schaulustigen auf engstem Raum. Nicht selten kam es zu dramatischen Unfällen.

Im Jahre 27 n.Chr. erreignete sich ein "GAU" der Spiele. Als in Fidenae, einer im nordosten Roms gelegener Stadt, die Spiele sich dem Höhepunkt näherten, stürzte die aus Holz erbaute Arena unter dem Gewicht der Massen ein. Angeblich sollen bei diesem Unglück über 40.000 Zuschauer ums Leben gekommen sein. Eine Tragödie.

Das Unglück war nicht weniger furchtbar, als eine verlorene  Schlacht in einem großen Kriege. Der überfüllte Bau ging aus den Fugen und stürzte teils in sich zusammen, teils rückwärts ins Freie. Dabei wurde eine ungeheure Menschenmenge in die Tiefe gerissen und begraben. - Publius Cornelius Tacitius

Nach diesem schrecklichen Unfall erlaubte die Regierung nur noch den Bau von Tribünen auf festem Untergrund. Trotzdem passierten weitere Unfälle. Die Architekten des römischen  Imperiums erschufen schon im 1. Jahrhundert v.Chr. die ersten Amphitheater, aber erst nach dem Unfall in Fidenae zog diese Erfindung in den Städten ein. Und auch in Rom...

Obwohl am circus maximus bereits ab dem 4. Jahrhundert v.Chr. gebaut wurde und so über die Jahrhunderte hinweg die größte Arena im römischen Reich entstand, errichtete die Stadt der Cäsaren erst sehr spät ein Amphitheater aus Stein, das heutige Kolosseum.

Kaiser Vespasian erteilte den Startschuß zum Bau des flavium amphitheatrum, sein Sohn Titus weihte das monumentale Werk im Jahre 80 n.Chr. mit  hunderttägigen Spielen ein. Kaiser Domitian erweiterte  das Amphitheater um ein viertes Stockwerk, um noch mehr Platz für die Massen zu bieten.

Das Kolosseum war mit allen technischen Raffinessen der damaligen Zeit ausgestattet. Ein ganzer Stab an Matrosen sorgte dafür, daß das velum, die Sonnensegel, gesetzt wurden, um die Zuschauer vor der Hitze zu schützen. Der Sand der Arena lag auf einem Holzboden, unterhalb der Tribünen waren weitläufige Gänge. In diesem  Labyrinth aus massivem Stein waren nicht nur die Aufenthaltsräume der Gladiatoren, die Käfige der Bestien und Kerker der Gefangenen untergebracht, sondern beherbergten auch eine gigantische Maschinerie.

Obwohl wir in einer Zeit leben, wo der Mensch Häuser bis in den Himmel ragen lassen kann, büßt das Kolosseum jedoch nichts von seiner Faszination ein. Angesichts der vor 2000 Jahren zur Verfügung stehenden Technik, ist dieses Bauwerk wirklich ein Wunder. Wenn schon wir so darüber denken, wie muß es erst dem Menschen der Antike ergangen sein?

Das Kolloseum zum "Anfassen": zum BBC Spiel: The Colosseum - Building the Arena of Death.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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