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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

Zum Tode verurteilt

Einen Großteil der in einer ludi eingesetzten Akteure, waren die damnatio , die Verurteilten. Je nachdem, welcher Verbrechen sie angeklagt wurden und welchem gesellschaftlichen Rang sie angehörten, wurden die Urteile ausgesprochen.

Natürlich kamen nicht alle Verurteilte auch in den Spielen zum Einsatz. Viele Hinrichtungen  bedurften nicht der Masse, zudem war auch nicht immer eine ludi angesetzt, wenn gerade eine Urteilsvollstreckung anstand.

Die Verurteilung zu den Spielen wurde in drei Gruppen ausgesprochen.

damnatio ad bestias - Wie der Urteilsspruch schon erklärt, wird der Verurteilte in die Arena geschickt, um mit den Bestien um sein Leben zu kämpfen. Hierbei wurde oft der damnatio bei einer Einzelhinrichtung, wie auf dem obigen Mosaik zu sehen ist, gerne unbekleidet an einen Pfahl gefesselt und den Raubkatzen vorgeworfen. Bei großen Hinrichtungen schickte man die Verurteilten gleichzeitig in die Arena und ließ die Großkatzen dazu. Wir alle kennen diverse Szenen, die Hollywood nachgestellt hat und wissen auch, daß vorallem Nero massenhaft Christen so hinrichtete.

damnatio ad gladus - bedeutete für den Verurteilten, zumindest ausgerüstet mit einen Schwert, die Arena zu betreten. Was allerdings seltenst dazu führte, daß er den Tag überlebte. Viele dieser damnatio hatten vermutlich zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal eine Waffe in der Hand und ihnen wurden ausgebildete Gladiatoren als Gegner geschickt, die mit ihnen zuerst ein Katz- und Mausspiel trieben und sie anschließend regelrecht abschlachteten. Vermutlich entkam durch diesen Urteilsspruch keiner.

damnatio ad ludus - war noch eine relativ milde Strafe. Hierbei erhielt der Verurteilte noch eine Ausbildung zum Gladiator, bevor er in die Arena geschickt wurde. Er wurde sozusagen zu einem Sklaven und mußte sich den gleichen Ausbildungsbedingungen unterwerfen, wie alle anderen rekrutierten Schüler. Die Römer sahen das als eine faire Chance an, sein Leben doch noch zu retten. Wie viele dieser Verurteilten dann den ersten Kampfeinsatz überlebten kann man nicht sagen. Vermutlich gab es jedoch auch einige dieser damnatio, die anschließend als Gladiator weiterkämpften und so zu Reichtum und Ruhm gelangten.

Wie oben schon einmal kurz erwähnt, waren vorallem Christen massenhaft in die Arenen geschickt worden. Unter Nero und Domitian waren die Christenverfolgungen besonders gnadenlos. Für diese damnatio, ließen sich die editores noch andere Grausamkeiten einfallen. Obwohl die Römer an Brutalitäten gewohnt waren und sich regelmäßig in der Form der Spiele dagegen abhärteten, empfanden selbst sie den Urteilsspruch zu den Bestien und das Verbrennen bei lebendigen Leibe als besonders harte, ja grausame Strafe. Menschlichkeit jedoch, war in der Antike ein Fremdwort. Daher scheuten sich die editores auch nicht, solche grausamen Hinrichtungen im großen Stil, zum Teil sogar kitschig angehaucht, in Szene zu setzen.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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