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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

 

Das Tor der Libitina 

Aus einigen Quellen geht hervor, daß die toten Gladiatoren in Ehren durch die Pforte der Libitina getragen wurden. Ob dies wirklich der Fall war und nicht vielleicht im Laufe der Geschichte eine verschönerte Ausschmückung der Riten wurde, kann nicht sicher gesagt werden.

Die toten Gladiatoren wurden mittels einer verhangenen Bahre aus der Arena getragen und in das spoliarium, die Totenkammer gebracht. Vielleicht lag diese Totenkammer wirklich hinter dem Tor der Libitina, aber das ist nur Vermutung. Es wäre jedoch durchaus denkbar, daß der antike Volksmund ein solches Tor wirklich nach der Bestattungsgöttin Libitina benannte, aber das ist ebenfalls nicht belegt.

Nachdem es in den noch erhaltenen Amphitheatern keinerlei Hinweise auf eine solche Pforte gibt, sei es in Form besonderer Verziehrungen, oder Inschriften, ist die Existenz der porta libitina sehr zweifelhaft. Es ist jedoch durchaus möglich, daß es in den früheren Spielen, vielleicht noch bei der munera, ein Tor gab, das so benannt wurde.

Fernerhin ist in einigen Quellen nachzulesen, daß die Toten von Bediensteten der Arena, in der Tracht des Totengottes Mercur oder gekleidet als Charun - dem etruskische Totengott - aus der Arena getragen wurden. Es wäre möglich, als eine Erinnerung an den Unrsprung der Spiele, an das etruskische Totenritual zu gedenken, aber auch das ist reine Vermutung und wahrscheinlich wiederum eine Ausschmückung der Riten.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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