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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

 

Das spectaculum kann beginnen - Die Spiele

Mit dem Beginn der ludi, also der öffentlichen Veranstaltung der Spiele, die nichts mehr mit dem Totenritual der Etrusker gemein hatte, begann auch das spectaculum.

Dem Erfindungsreichtum der Römer schien keine Grenzen gesetzt. Im Laufe der Zeit wurden aus den reinen Kampfspielen richtige Unterhaltungsshows, wobei nicht nur die Gladiatoren auftraten, sondern auch allerlei andere Attraktionen auf dem Programm standen. Wie aber waren die Spiele geregelt? Wie eröffnete man die Spiele im antiken Rom?

Auf jedenfall wurde auch damals Werbung für die ludi gemacht. Stand eine Veranstaltung an, wurde Mundpropaganda betrieben und werbekräftige Botschaften auf Mauern gemalt. Darauf stand zumeist, wer die Spiele ausrichtete, was es alles zu sehen gab - in Pompeji wurden Wandmalerein mit Programmangabe durch den Ausbruch des Vesus erhalten - und wann die Veranstaltung begann.

Marktschreier liefen durch die Straßen, um die Sensation zu verkünden. Besonders hervorgehoben wurden bei diesen Aktionen die Gladiatoren, welche Kämpfer auftraten, und sollte ein sehr guter oder beliebter Gladiator darunter sein, wurde dieser natürlich ganz besonders erwähnt.

Die ludi begannen meist am Vormittag und hielten den ganzen Tag über an. Die Massen strömten zu Tausenden in das Amphitheater. Es gab feste Rangordnungen auf den Tribünen, wobei die besser Gestellten oft eigene Logen besaßen. Das niedere Volk konnte auf den Steinstufen Platz nehmen. Die Frauen und Sklaven hatten auf den billigsten Plätzen Platz und durften bei den Spiele nur auf den hintersten Rängen, ganz oben waren, zusehen.

Nachdem das Theater gut gefüllt war, erschien der Initiator, der Ausrrichter der Spiele mit großem Pomp, daraufhin zogen in einem großen und prächtigen Umzug, der pompa, die Gladiatoren ein, die vom Volk jubelnd begrüßt wurden. Während der pompa waren die Kämpfer unbewaffnet und unbehelmt, die Waffen und Schilde sollen manchmal von Dienern hinterhergetragen worden sein. Doch andere Quellen berichten davon, daß die meisten Gladiatoren ihre Waffen während der pompa doch selbst trugen. Es kam vermutlich darauf an, wer die Spiele ausrichtete.

In mehreren Runden liefen die "Stars der Antike" während der pompa die Arena ab. Dies konnte je nach Größe der veranstalteten Spiele schon einige Zeit dauern. Zeit genug für die Römer noch rasch Wetten abzuschließen. Anschließend begann das Spektakel zumeist mit kleineren Kämpfen, ohne blutvergießen. Diese Einleitung stellten möglicherweise gerade noch in der Ausbildung befindliche junge Männer, denn die begeherten und erfolgreichen Gladiatoren traten zum Schluß auf.

Es folgte danach oft eine venatio, eine Jagd, die je nach eingesetzten Tieren variieren konnte. Dabei war neben dem Einsatz von ventatores - Gladiatoren die als Jäger mit Peitschen, Speeren, Spießen oder Schwertern auf die Bestien losgingen - auch gerne Hinrichtungen durch bestias gegeben. Während der Tierhetze wurden nicht selten auch Tier gegen Tier gestellt. Zum Teil kettete man die Bestien auch aneinander, damit ein Kampf überhaupt zu Stande kam. Die Römer gingen nicht zimperlich mit den eingesetzten Tieren um. Je exotischer die Auswahl der bestias, desto beliebter war auch die venatio.

Nach der Tierhatz standen weitere Verurteilte auf dem Programm. Je nach Anzahl der damnatis konnte dieser Programmpunkt auch dauern. Oft genug war diese Darbietung ein Lückenfüller für die eigentlichen Höhepunkte.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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