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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

Der eigentliche Ausbilder

Der magistri war der Helfer des lanista, sozusagen sein Untergebener, der im allgemeinen die Ausbildung der Gladiatoren in eigener Verantwortung übernahm.

Vermutlich machten diese Aufgaben Gladiatoren , die schon selbst einige Erfahrungen in den Spielen sammeln konnten. Sie unterrichteten die Neuankömmlinge und die bereits gut ausgebildeten Kämpfer. Auch Gladiatoren, die selbst nicht mehr in den Arenen auftraten, haben diese Tätigkeit ausgeübt.

Ein lanista hatte einen ganzen Stab an magistri, die unter anderem auch dafür zu sorgen hatten, daß vorallem die unfreien Gladiatoren die Klinge nicht gegen sich selbst richteten - Genaue Zahlen über Suizid gibt es nicht, doch es sollen viele Männer die Lebensbedingungen in einem ludus nicht ertragen haben und nahmen sich oft selbst das Leben.

Solange ein rekrutierter Gladiator noch nicht besonders geschickt im Umgang mit der Waffe war, ließen die magistri diesen seine Übungen nur mit rudes, einfachen Holzschwertern, ausführen. Erst nachdem ein Schüler sich einige Zeit an Holzpfählen und Strohpuppen ausgetobt hatte, stellte der magistri ihm einen Trainingspartner gegenüber.

Es ist anzunehmen, daß oft genug die magistri mit den Neulingen übten, um ihnen Kampftechniken beizubringen. Zwei unerfahrene Männer gegeneinander zu stellen, brachte wohl nicht viel. Nachdem die meisten magistri noch selbst aktiv in der Arena standen, war das zugleich eine gute Übung für sie selbst. Der lanista beobachtete das ganze Spiel und schritt nur ein, wenn die Übungen außer Kontrolle gerieten.

Welchen Stellungswert die magistri in den Schulen hatten ist nicht belegt, auch ob sich darunter Gladiatoren befanden, die mitunter zu den besten Kämpfer gehörten, kann man nur vermuten. Allerdings waren diese Helfer der lanista die wichtigsten Personen für die Ausbildung der Gladiatoren und vermutlich übertrug der lanista nicht jeden beliebigen Mann diese Aufgabe.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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