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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

Aus freien Stücken

mea sponte - aus freien Sücken traten viele Bürger, den Weg zu den Gladiatorenschulen an. Sie alle lockte die Aussicht auf RUHM und REICHTUM in die Arenen, und viele von ihnen waren sogar Aristokraten, die das Geld nicht nötig hatten.

Vielleicht war es für sie auch eine Art Abenteuer, doch schon bald mußten die frischen Gladiatorenanwärter erkennen, wie hart die Ausbildung war und nicht viel mit ihren idealisierten Vorstellungen gemein hatte.

Wann die ersten frei rekrutierten Gladiatoren zum ersten Mal auftraten ist, wie so vieles, nicht belegt. Man geht jedoch davon aus, daß es lange Zeit dauerte, bis sich die actorati in den ludus gladiatorius einbürgerten und erst in der frühen Kaiserzeit aufkamen. Nachdem die Spiele an Beliebtheit gewonnen hatten, wollten auch freie Bürger den Ruhm der Gladiatoren ernten.

Sicherlich war es für viele nicht einfach, sich zu entschließen, ob sie wirklich in die harte Schule der Gladiatoren gehen sollten. Vorallem weil der Stand der Gladiatoren ebenfalls zu den Ehrlosen zählte und jeder Anwärter bei den Schulen mußte mit diesem gesellschaftlichen Brandmal leben. Zudem kamen noch die Ausbildungsbedingungen, der Vertrag der auf zwei Jahre abgeschlossen wurde, und der Verlust ihrer Freiheit. Die auctorati besiegelten mit einem Schwur, den sich am ersten Tage ihrer Ankunft in dem ludus ablegten, daß sie aus freien Stücken ihre Eigenständigkeit aufgaben:

So räume ich meinem Dienstherren ein, mich nach seinem freiem Ermessen zu brennen, in Ketten zu legen, auszupeitschen oder mit dem Schwert zu töten - Dieser Eid wurde unter amtlichen Zeugen ausgesprochen und der auctorati gab so für die Zeit des Vertrages seine Freiheit auf.

Die meisten frei rekrutierten waren Männer aus den niederen Schichten der römischen Gesellschaft. Viele davon  hochverschuldet, hatten eine zerstörte Existenz, vielleicht versuchten sie so auch einer Missetat zu entgehen, unterzutauchen, oder waren freigelassene Sklaven ohne Geld. Sie alle witterten die Siegerprämien und nahmen dafür alles auf sich. Allerdings hatte ein auctorati einen enormen Vorteil den anderen Gladiatoren gegenüber, er konnte den Vertrag auflösen und wieder ein normales Leben führen, sofern er die Ablösesumme aufbringen konnte, die er zum Beginn des Vertrages angenommen hatte.

Anders als die unfreien Gladiatoren durften die auctorati sich außerhalb des ludus bewegen. Viele hatten Frau und Kinder, traten jeden Morgen ihren Weg zur Schule an und kamen am Abend wieder nach Hause - sie gingen sozusagen einer geregelten Arbeit nach. Der bedingungslose Gehorsam, den die Männer ihrem Dienstherren geschworen hatten, war sicherlich nicht immer mit der Ehre eines Römers zu vereinbaren, dennoch wuchs die Zahl der auctorati stetig an.

Ab dem 1. Jh. n.Chr. sollen es schon so viele freie Gladiatoren gegeben haben, daß diese Gruppe fast die Hälfte der Kämpfer ausmachte. Es war für die Männer nichts weiter als ein Beruf, dem man, wenn es sein mußte, bis zum Tode ausübte

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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