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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

Salve, die Todgeweihten grüßen dich

Es gab viele Gründe, um in die Arena zu steigen. Viele von uns können sich nicht vorstellen, daß es Menschen geben könnte, die freiwillig alle Strapazen auf sich nehmen, um in  einem blutigen Spektakel niedergestreckt zu werden.

Natürlich stellten den Großteil der Gladiatoren Sklaven, Kriegsgefangene oder zum Tode verurteilte Verbrecher. Dennoch gab es immer wieder Männer und sogar Frauen, die  sich freiwillig zum Gladiator ausbilden ließen. Sogar Aristokraten stiegen in die Arena und selbst Kaiser Commodus soll in den Spielen gekämpft haben. Angeblich jedoch nur aus einem Käfig heraus.

Aber was trieb diese Menchen dazu, sich freiwillig peitschen, brennen, fesseln, in Ketten legen und mit dem Schwert töten zu lassen? Der Grund ist banal. Das Geld!!! Die Siegerprämien waren nicht zu verachten. Nicht selten stand ein Gladiatorenbesitzer seinem eigenen Kämpfer einen Teil der Siegerprämie zu. Selbst Sklaven hatten so ein Anrecht auf die Prämien und konnten sich mit diesem Geld irgendwann die Freiheit erkaufen.

Freie Römer, vorallem Bürger mit niederen Finanzmitteln, wollten natürlich auf diese Chance nicht verzichten und traten tatsächlich freiwillig den Weg zu den Ausbildungsstätten, den ludus gladiatorius, an. Der Vertrag mit einer solchen Schule wurde auf zwei Jahre abgeschlossen. Der Schüler hatte ab diesem Zeitpunkt kaum Rechte und war, ebenso, wie alle unfreien Gladiatoren, der Willkür der lanista und magistri ausgeliefert. Sie gingen freiwillig in leibeigenschaftliche Verhältnisse, behafteten sich selbst mit dem Brandmal infamia - ehrlos - und fristeten zum Teil ein Leben in Spartanismus und Isolation.

Ein weiterer Punkt dieser erschreckenden Entwicklung war die wachsende Popularität der Gladiatoren. Sie hatten vielleicht keine Rechte, waren gesellschaftlich Ausgestoßene, doch sie waren die Stars der damaligen Zeit. Durchaus kann man sie mit Größen aus den heutigen Medien, wie Film und Fernsehen, oder dem Sport, vergleichen.

Gladiatoren waren nicht nur stark und beliebt, sie waren wahre Sexsymbole und nicht selten gaben sich die Kämpfer Namen, die nur allzu eindeutig ihre Anziehungskraft auf Frauen und Männer verstärkte.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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