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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

Die Seechlachten

In einigen Quellen ist zu lesen, daß die Römer für die naumachiae, also nachgestellte Seeschlachten, einige Amphitheater unter Wasser gesetzt hatten. Vielleicht wurde das im kleinen Rahmen sogar wirklich gemacht, doch waren dann diese Schlachten nur Miniaturausgaben einer großen naumachiae.

Es ist anzunehmen, daß die wirklich spektakulären Seeschlachten auf Flüßen, Seen, oder in der Küstennähe abgehalten wurden. Eine naumachiae bedurfte einer langen Vorbereitung, weil das gesamte Material dafür - es wurden sogar eigene Schiffe gebaut - erst einmal bereitgestellt werden mußte.

Angesichts der Seltenheit der naumachiae, strömte das Volk natürlich zu Tausenden herbei, wenn eine ausgetragen wurde.

Claudius bewaffnete 19.000 Menschen. Ringsherum wurde ein Kreis von Kähnen geschlossen, um ein Entkommen in die Weite des Sees zu verhindern. Ufer, Hügel und Bergeshöhen bildeten den Zuschauerraum und waren voller Menschen, die aus den Nachbarstädten und aus Rom zusammengeströmt waren. Gekämpft wurde tapfer, obwohl es Verbrecher waren. Nachdem Blut in Strömen geflossen war, wurden die Überlebenden begnadigt. - Publius Cornelius Tacitius

Die naumachiae, von der Tacitius zu berichten weiß, ist die größte belegte Seeschlacht zur Belustigung der Massen. Kaiser Claudius ließ diese Mammutschlacht im Jahre 52 n.Chr. auf dem Fucciner See in der Nähe Roms austragen. Um die enorme Anzahl der Gladiatoren zu stellen, hätte Claudius sämtliche Gladiatorenschulen des Reiches einspannen müssen. Da war es einfacher, Verbrecher eine Begnadigung zu versprechen, wenn sie an diesem Spektakel teilnahmen.

Gaius Julius Caesar war da genügsamer, er begnügte sich mit 1000 Matrosen und 2000 Ruderern. Allerdings ließ er dafür extra auf dem Marsfeld einen künstlichen See anlegen, der jedoch nach seiner Ermordung austrocknete und wieder zugeschüttet wurde.

Die naumachiae von Caesar war die erste belegte seit dem Beginn der Spiele. Man kann sich vorstellen, wie begeistert das Volk war, als ihnen dieses Spektakel kostenlos gegeben wurde. Gladiatoren wurden dabei seltener eingesetzt, die meisten Kämpfer bei einer naumachiae waren  zum Tode verurteilte Verbrecher, die mit ihrem Einsatz nichts zu verlieren hatten. Sie konnten dadurch eine Begnadigung erhoffen. Dabei fochten die damnatio buchstäblich um ihr Leben und gaben vermutlich die Show ihres Lebens.

Gladiatoren stritten unter Kaiser Augustus im Jahre 2 v.Chr. in einer Seeschlacht, die zwar zu Caesars Ehren veranstaltet wurde, doch mit 6000 ausgebildeten Gladiatoren - Helfer, Ruderer und Matrosen nicht mitgerechnet - bei weitem die Veranstaltung des Geehrten übertraf.

Wir können uns heute nur noch vorstellen, wie lange die Vorbereitung einer naumachiae andauerte, deshalb war sie auch sehr selten. Gar nicht zu reden von den enormen Kosten einer solchen Seeschlacht. Dagegen waren hunderttägige Spiele zur Einweihung des Kolosseum vermutlich billig.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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