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porta
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Brot und Spiele für das Volk
Die zum Teil verheerenden Zustände in Rom waren für den Staat Grund genug, nicht nur die Spiele, sondern auch Lebensmittel zu finanzieren. Mangelnde Hygiene, die große Armut in manchen Teilen der Stadt und die regelmäßigen katastrophalen Brände in den Bezirken, machten das Volk unzufrieden. Es brodelte an allen Ecken und Enden, vorallem jedoch in den unteren Schichten der Gesellschaft, der Masse. Wollte der Staat nicht untergehen, mußte für die Massen nicht nur für Kurzweil gesorgt werden, sondern auch für ausreichend Nahrung. Daher wurde meistens während einer Veranstaltung auch Brot - panem - in die Menge geworfen. So konnte man sich das Ausgeben von Lebensmitteln an öffentlichen Stellen ersparen. Im Kolosseum zum Beispiel konnten bis zu 50.000 Bürger zugleich versorgt werden. Obwohl der Staat nicht wenig Gelder für die Ausstattung der Spiele und der Verteilung von Nahrung zur Verfügung stellte, war es dennoch üblich, daß auch bemittelte Privatpersonen kostspielige ludi ausrichteten. Viele Senatoren machten sich durch aufwendige Spiele beim Volk beliebt, engagierten hunderter Gladiatoren, um die Massen zu unterhalten. Doch das reine Blutvergießen zwischen Männern, der eigentliche Gladiatorenkampf, reichte nicht mehr aus. Nachdem im ganzen Land zahlreiche Amphitheater gebaut wurden, wollte der Mob auch Abwechslung. Die neu errichteten Arenen boten eine Vielzahl an Möglichkeiten. Zur Perfektion hat es das heutige Kolosseum - das erst im Mittelalter so benannt wurde und nach der Fertigstellung im Jahre 80 n.Chr. keinen Namen trug, sondern nur flavium amphitheatrum genannt wurde - gebracht. Mit den neuesten technischen Raffinessen der damaligen Zeit ausgestattet, bot das Kolosseum die Möglichkeit für alle Arten von Spielen. Neben den Gladiatorenkämpfen wurden dort auch Tierhetzen
veranstaltet. Bei solchen venatio bestiae
wurde nicht selten eine richtige Landschaft nachgestellt. Boxkämpfe und Ringer bereicherten das Programm, wobei die Bandagen bei den Boxkämpfen nicht gerade locker gewickelt waren. Zum Teil wurden dort sogar Eisenringe eingesetzt. Schlachten zu Pferd waren ebenfalls eine beliebte Darbietung während der Spiele. Angeblich konnte man das Kolosseum auch mit Wasser fluten und in dieser überdimensionalen Badewanne wurden dann Seeschlachten abgehalten. Aus verschiedenen Quellen ist dies jedoch nicht bestätigt. Vermutlich wurden solche naumachiae doch eher auf Seen, Flüssen oder vielleicht sogar in Küstennähe abgehalten. Die Hinrichtung von Verurteilten stand ebenfalls zu jeder angesetzten Veranstaltung auf dem Programm. Obwohl die Technik der Amphitheatern alle möglichen Arten von spectaculum bieten konnte, waren doch weiterhin die Gladiatorenkämpfe der Höhepunkt jeder ludi. Das "Hollywood" der Antike verschlang Unsummen von Geldern, die zum größten Teil vom Staat finanziert wurden. Das Spektakel um die Spiele war ein Millionengeschäft und gab unzähligen Menschen Arbeit. Neben dem Militär wurden für die ludi und die Ausbildung der Kämpfer am meisten Staatsgelder verschwendet. Viele profitierten von diesem Geschäft und eine florierende Industrie bildete sich rund um das Gladiatorenwesen. DAS ENDE DER SPIELE: Die Römer gingen
nicht zimperlich mit Mensch und Tier um. Im Laufe der Jahrhunderte fanden Millionen
von Menschen und Tieren ein grausames und blutiges Ende, nur zur Erheiterung der Massen. Als Kaiser
Constantinus II im Jahre 357 n.Chr. die Spiele zum ersten
Mal verbot,
wurden diese jedoch
noch bis 404 n.Chr. vom Staat
toleriert
und regelmäßig veranstaltet.
Immerhin hatten sich die Gladiatorenspiele
über Jahrhunderte hinweg
in die Köpfe der Bürger
eingenistet - es war zu einer
blutigen Tradition geworden. |
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