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Cornelia Kempf       

 

 

 

 

 

 

Sklaven

Neben kriegsgefangenen Soldaten, stellten die Hauptgruppe der Gladiatoren Sklaven und vermutlich waren es eine lange Zeit ausschließlich Unfreie, die ihr Leben als Kampfmaschinen fristen mußten.

Erst als die Popularität der Gladiatoren anstieg, ließen sich auch Freiwillige, - mea sponte - sozusagen "aus freien Stücken", rekrutieren.

Einem Sklaven blieb jedoch nichts weiter, als alles zu tun, was sein Herr von ihm verlangte. Die Willkür, mit welcher die Herren Roms ihre Sklaven zum Teil in die Gladiatorenschulen schickten, war manchmal unverständlich.

So beschrieb auch Martial in seinen Epigrammen einen Aristokraten, der seinen langjährigen Diener ohne mit der Wimper zu zucken an einen ludus gladiatorius verkaufte. Klaglos nahmen diese Menschen ihr Schicksal hin. Sie konnten daran sowieso nichts ändern. Das uneingeschränkte Recht eines römischen Bürger, über seinen Sklaven zu bestimmen, wie er wollte, machte es dem Römer leicht. 

Es kam jedoch seltener vor, daß Gladiatoren von Privatpersonen an die Schulen verkauft wurden. Die lanista zählten wohl zu den besten Kunden der Sklavenhändler und mit Gladiatoren war gutes Geld zu machen. Vielversprechende Sklaven wurden auf den heimischen Märkten abgekauft und in die ludes gesteckt um aus ihnen gute Gladiatoren zu machen.

Aber nicht jeder Mann war auch für die Ausbildung zum Gladiator geeignet. Viele ertrugen die Bedingungen nicht und brachten sich selbst um. Die Suizidrate unter den Sklaven und Kriegsgefangenen war nicht zu verachten. Die magistri beobachteten ihre Schüler rund um die Uhr, um eventuelle Selbstmordabsichten rechtzeitig zu vereiteln. Wenn die Leute schon sterben wollten, dann wenigstens in der Arena!

Dennoch kam es recht häufig vor, daß sich die "Gladiatoren widerwillen", selbst richteten. Es gibt Berichte, in denen erzählt wird, daß Kämpfer, die die Arena nicht betreten wollen, alles mögliche unternahmen, um ihrem Schicksal zu entgehen. Manche erhängten sich, andere stießen sich selbst das Schwert in die Kehle, während sie übten. Es soll sogar Männer gegeben haben, die sich auf dem Weg zur Arena vor Pferdewägen warfen, oder wurden lieber von Elefanten totgetrampelt, als jemals in einer ludi auftreten zu müssen. Manche gingen "ohne Haß" in die Arena und ließen sich einfach abschlachten. Das war etwas, was das Publikum nicht gerne sah. Es langweilte sie!

Natürlich achteten die lanista und magistri besonders auf ihre Schüler, damit soetwas nicht zu oft vorkam, doch gänzlich verhindern konnte sie es nicht.

Die Gladiatorenkasernen waren wie Gefängnisse, wurden bewacht und die Eigentümer der Schule achteten sehr darauf, nicht zu arge Probleme zu bekommen. Denn Aufstände unter den unfreien Gladiatoren kamen nicht selten vor. Rebellionen waren gefürchtet und wurden hart geahndet. Die Schulen wurden rund um die Uhr streng bewacht, um Aufstände sofort im Keim zu ersticken. Durch ihre gezielte Ausbildung zum Töten waren die Gladiatoren auch für die Armeen Roms gefürchtete Gegner. Als im Jahre 73 v.Chr. in Capua der Gladiatorenaufstand des Spartacus losging, schickte Rom ganze Armeen aus, um die Aufsässigen zu bezwingen. Spartacus und sein Traum von der Freiheit hielt nicht lange an. Nachdem die Sklavenarmee bezwungen wurde, machten die Römer aus der Via Apia einen Weg des Leidens. Mehrere tausend Gladiatoren und Sklaven wurden an Kreuze genagelt und zur Abschreckung entlang der Via Apia aufgestellt.

Seit diesem Aufstand verschärften die Gladiatorenbesitzer die Sicherheitsmaßnahmen in ihrem ludus gladiatorius und es wurden ehemalige Soldaten zur Bewachung eingestellt.

 

 (c) Cornelia Kempf
online seit: 01. Januar 2001
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